ENTSINNUNG

Heilende Zeremonie durch Handauflegung eines Schamanen
 [Keramik, Colima Stil, Westmexiko, 400 v. Chr. - 100 n. Chr.]

Die Lebensdauer und Wirkung eines Toponyms kann sehr unterschiedlich sein. Langfristig stabil und oft hohen Alters sind geographische Gebilde wie Gebirge, Berge, Meere, Flüsse und Seen und ähnliches. Durch ihr besonders zählebiges Haften an Orten, Räumen – in Ausnahmefällen auch an Personen – sind Toponyme eine hervorragende aber nicht ganz ungefährliche Geschichtsquelle.

Entsinnung bezeichnet eine onomastische Technik, die sich mit der Wirkung störender Namen und Begrifflichkeiten auseinandersetzt. Mittels gezielter Handlungen am betroffenen Objekt/Subjekt, werden belastende Konnotationen aufgerufen und gleichzeitig ent-sinnt, d.h. mit ihnen assoziierte Erinnerungen gelöst: „Es entsteht ein paradoxer Zustand nach/während der Aufhebung von Sinn, in dem nichts wirklich verändert ist, aber alles in Frage steht, alles schwebt und wartet, alles möglich scheint.“ (J.C. Duenkel)